Frau sein

Kürzlich hat mich jemand gefragt welcher Typ Frau ich bin. Ich habe kurz überlegt und kam zu folgendem Schluss: Wenn ich überhaupt irgendeiner Kategorie zuzuordnen bin, dann sicher nicht der heute bezeichneten Emanze. Viele der selbigen sollten vielleicht nicht weiterlesen denn die Möglichkeit besteht, dass ihr euch aufregt und entsetzt seid. Ihr könntet euch angegriffen fühlen und Angst haben, dass ich eure harte und jahrelange Arbeit zunichtemache.

Doch das liegt mir weit fern. Ich finde es nur schade, dass Frau heutzutage nicht mehr Frau sein kann und es wohl auch nicht mehr will. Ich bediene wohl doch so manches Klischee und ganz ehrlich, mittlerweile stehe ich dazu. Ja, ich kann nicht gut einparken, ich hab ein schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen, bin handwerklich mäßig bis gar nicht begabt und Mathe war mir schon immer ein Graus. Wenn man mir sagt ich soll den Vierkantschlüssel bringen, muss ich nachfragen wie der denn aussieht und selbst wenn mein Leben davon abhängen würde, könnt ich wohl keinen Wohnzimmerschrank alleine aufbauen. Ich hab mich lange Zeit dafür geschämt und versucht mehr Mann zu sein, stärker zu sein und Freude am Heimwerken, Betonmischen und Bodenlegen zu entwickeln.
Aber es ist einfach nichts für mich. Punkt. Und ich schäme mich nicht länger dafür.

Ich bin keine Frau, die selbst ihre Möbel aufbaut, Reifen wechselt und Fliesen verlegt. Ich bin aber auch keine Frau die überall Zierdeckchen, Blumen und Vasen stehen hat und sich nur für Mode und Make-up Tipps interessiert. Ich bin ich, eine Frau die es liebt Frau zu sein. Die sich freut wenn ihr der Mann die Tür aufhält, in den Mantel hilft oder mir seine Jacke anbietet wenn ich friere. Ich bin eine Frau die dem Mann lieber was zu essen macht wenn er die Wohnung renoviert, als daneben zu stehen und sich verloren zu fühlen. Ich bin eine Frau die sich über Komplimente, Streicheleinheiten und Aufmerksamkeiten freut. Ich bin eine Frau die sich gerne in die Arme des Partners fallen lässt und sich da sicher und geborgen fühlt.

Ich bin aber auch eine Frau, die wie der Fels in der Brandung für ihre Lieben einsteht und bereitsteht, die sagt was sie denkt und sich auch mal auf den Tisch zu hauen traut. Ich bin so stark, dass ich es mir erlaube auch schwach zu sein und mir meine Schwächen einzugestehen. So viele Jahre hab ich es gehasst Frau zu sein, dass ich so dankbar bin es jetzt zu lieben. Ich bin eine Frau die keine Lust mehr hat so zu tun als wär sie ein Mann…

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