Wie wichtig Berührung für den Körper ist

Wenn man seinen Körper hasst, dann kann man Berührungen auch nur schwer zulassen, bzw. lässt sich nicht gern berühren. Nicht vom Partner und schon gar nicht von einer anderen, fremden Person.

Oft kommt es sogar zu einer Abspaltung von Körper und Geist. Es gibt dann ihn, den Körper und uns, das Wesen. Wir verachten dieses Ding und gehen automatisch davon aus, dass alle anderen es ebenso tun.

Wir finden unseren Körper abstoßend, nicht attraktiv und nicht allzu selten schämen wir uns dafür und versuchen ihn zu verstecken.

Er ist das Feindbild, der Problemverursacher, das lästige Anhängsel, das ständig unsere Aufmerksamkeit will und das wir so vehement versuchen zu ignorieren. Und je mehr wir ihn ignorieren, umso lauter und fordernder wird er. Wir erkennen dabei jedoch nicht, dass er unsere Aufmerksamkeit braucht und versuchen ihn noch mehr zu ignorieren und zu bekämpfen.

Er sollte einfach anders aussehen als er es tut, sollte sich anders verhalten als er sich verhält. Kurzum er ist einfach nicht gut und richtig, so wie er ist.

Und das suggerieren wir uns jeden Tag aufs Neue. Tag ein Tag aus. Wir lehnen ihn ab, verurteilen ihn und versuchen ihn zu verändern.

Und er lechzt immer mehr nach Aufmerksamkeit, nach Zuwendung und Berührung. Denn das Paradoxe ist, dass unser Verstand zwar die Berührung, die Nähe und den Körperkontakt vermeiden will, doch der Körper sehnt sich danach.

Der Körper hat keinerlei Ansichten und Urteile über Berührungen. Ganz im Gegenteil, er kann von liebevollen und zärtlichen Berührungen gar nicht genug bekommen, egal was er auch erlebt haben mag.

Das Trauma steckt nicht im Körper, sondern in unserem Geist. Der Körper reagiert lediglich auf unsere Gedanken und Gefühle. Das bemerke ich in meiner Arbeit immer wieder aufs Neue. Wenn wir den Körper gewähren lassen, ihn nicht bewerten und ihm das Gefühl geben, dass er gut und richtig ist, so wie er ist. Dass wir nichts von ihm verlangen, nichts erwarten, und dass er sicher ist.

Dann beginnt der Körper sich fallen zu lassen, zu entspannen. Er entspannt sich in sich selbst und ist bereit loszulassen. Selbst traumatisierte Menschen können, wenn sie das Gefühl haben, dass man nichts von ihnen erwartet, dass sie geschützt und geliebt sind, diese Berührung zulassen, empfangen und sogar tatsächlich genießen.

Es fasziniert mich immer wieder, was möglich ist, wenn wir den Verstand außen vor lassen und uns nach innen richten, still werden und auf den Körper hören und ihm Aufmerksamkeit schenken.

Er ist dann im Stande alte Verletzungen und Traumata aufzugeben, abzustreifen und sich selbst zu heilen. Und alles was er dafür braucht, ist unsere Erlaubnis und die Bereitschaft es zuzulassen. Ohne Bewertung, ohne Verurteilung und ohne etwas zu erwarten. Der Körper darf einfach nur sein und empfangen, lässt los und kann sich selbst heilen…

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