Angst

Früher war mein Leben gezeichnet von Angst. Ich hatte ständig Angst und vor so ziemlich allem.

Angst zu versagen, Angst etwas falsch zu machen, Angst jemanden zu verärgern, Angst nicht gut genug zu sein, Angst ausgelacht zu werden, Angst vor der Nacht und Dunkelheit, Angst vor Nähe und ganz besonders Angst vorm Leben selbst.

Ich bestand eigentlich nur aus Angst. Am Tag hatte ich Angst vor meinen Gedanken und Gefühlen und in der Nacht hatte ich Angst vor den Erinnerungen, die mich heimsuchten und mir den Schlaf raubten.

Es war einfach zu viel, nicht auszuhalten, sodass der Tod für mich wie eine Erlösung schien. Es fühlte sich an als wäre ich in einem Albtraum gefangen und nur mein Tod könnte mich endlich aufwecken und befreien.

Doch tief in mir gab es immer eine Stimme, die sagte „Bleib! Halte durch! Gib nicht auf! Geh weiter! Kämpfe!“. Und dieser Stimme bin ich gefolgt. Durch Schmerz, Leid, Verzweiflung, Selbsthass und Zweifel.

Ich bin ihr gefolgt, weil ich wusste, dass ich es tun muss. Weil ich wusste dass es mehr gibt. Dass hinter der Angst alles auf mich wartet, dass alles möglich ist. Und so stelle ich mich jeden Tag aufs Neue meiner Angst, ich bekämpfe sie nicht mehr, sondern ich begrüße sie, nehme sie an der Hand und zeige ihr was möglich ist, wenn man vertraut und glaubt…

 

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