Besitz…

Der Moment indem dir bewusst wird, dass dir absolut nichts gehört. Alles kann in der nächsten Sekunden verschwinden. Du kannst nichts festhalten. Kein Ding, keinen Moment und schon gar keinen Menschen.

Selbst du kannst im nächsten Moment verschwinden, zumindest dein Körper. Nichts hat dauerhaft Bestand. Nichts ist von Dauer und nichts von dem, was du denkst zu besitzen, gehört dir wirklich. In Wahrheit gibt es keinen Besitz. Du kannst so viele Güter und Reichtümer anhäufen, wie du möchtest. Du kannst in der Illusion leben, dass es dir gehört. Doch tief in dir weißt, du, dass es eine Lüge ist. Nichts davon gehört dir wirklich. Nicht mal dein Körper gehört dir, er ist eine Leihgabe, damit du hier auf Erden die Erfahrungen des Menschseins machen kannst. Je mehr wir versuchen das Leben und Situation zu kontrollieren, desto mehr ist das Leben gezwungen, uns zu zeigen, dass wir einer Illusion erliegen. Denn in Wahrheit können wir absolut nichts kontrollieren. Das ist es, was uns so große Angst macht und wovor wir uns so gern schützen würden. Die Angst des Ungewissen, die Angst die Kontrolle zu verlieren.

Wir streben und lechzen nach Sicherheit, Beständigkeit, doch die gibt es nicht, zumindest nicht im Außen oder so wie die meisten Sicherheit definieren. Wir können uns gegen alle möglichen Szenarien versichern lassen, alles bis ins kleinste Detail planen, organisieren, Risiken einkalkulieren und abwägen. Doch das Leben lässt sich nicht versichern. Von einer Minute auf die andere kann sich alles verändern. Dinge, die zuvor wichtig und erstrebenswert erschienen, verlieren jegliche Bedeutung. Gedanken, denen man jahrelang nachgehangen ist, die einen schlaflose Nächte bescherten, ergeben plötzlich keinen Sinn mehr oder verlieren ihre Wichtigkeit. Was ist Sicherheit also? Für mich bedeutet Sicherheit die Gewissheit zu haben, dass ich mit allem, was sich in meinem Leben zeigt, umgehen und fertig werden kann. Sicherheit ist für mich, zu wissen, dass ich nicht allein bin, dass ich geführt und beschütz werde, bei Allem, was ich tue. Sicherheit bedeutet für mich zu wissen, dass ich nicht tiefer fallen kann, als in die Arme Gottes…

Für diejenigen, die mit dem Wort Schwierigkeiten haben (hatte ich auch viele Jahre) nennt es die Quelle, Alleins, Universum oder wie auch immer, es ist letztlich dasselbe…

Ergänzung:

Wenn das Urvertrauen fehlt und man aufgrund von Erfahrungen misstrauisch und ängstlich ist, dann muss man im Außen für Sicherheit sorgen bzw. veruscht alles zu kontrollieren und sich zu wappnen. Das ist nur menschlich und selbstverständlich. Mir selbst ging es so… Wenn man aber das Geschenk bekommt, dieses Vertrauen und tiefe Wissen zu haben, bzw. es sogar zu erleben, dass wir geführt werden und das letztlich alles (am Ende) gut wird, dann kann man sich fallen lassen und die Kontrolle mehr und mehr abgeben und sich dem Fluss des Lebens hingeben…
Ps. gelingt mir allerdings auch nicht immer… also war dieser Beitrag auch für mich ein Reminder 😉

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